Umverteilungsinitiative

 

Mit der Umverteilungsinitiative wollten die Initianten die Ausgaben für die Landesverteidigung innerhalb von zehn Jahren auf die Hälfte der 1987 getätigten Ausgaben reduzieren. Ein Drittel der Einsparungen hätte für internationale Friedenspolitik eingesetzt werden sollen und mit einem Konversionsfonds hätten dann die dadurch verloren gehenden Arbeitsplätze abgefedert werden sollen.

 

Es ist ja so schön daran zu glauben, dass wir nie mehr in einen Krieg verwickelt sein werden. Tatsache ist aber, dass selbst in unseren Kulturkreisen noch heute verschiedene Krisenherde bestehen und dass die schrecklichen Vorkommnisse von Jugoslawien nur wenige hundert Kilometer von der Schweizergrenze entfernt stattfinden. Die Initiative wäre ein weiterer Schritt in Richtung Armeeabschaffung gewesen. Ein entsprechendes Begehren ist bekanntlich gestellt. Winston Churchill hat einmal gesagt, dass man so oder so eine Armee hat - entweder die eigene oder eine Fremde. Solange das Gute im Menschen nicht gesiegt hat, solange es Streit gibt zwischen erwachsenen Menschen (z.B. innerhalb der Familie), solange wird es auch Kriege geben zwischen Nationen, zwischen Völkern, zwischen Religionen, etc. Der kürzlich durch den Papst bestätigte Anspruch der katholischen Kirche auf die Weltherrschaft ist nur eines der Zeichen für die Bestätigung dieser Theorie.

 

Deshalb ist es wichtig, dass wir die Schlagkraft unserer Armee aufrechterhalten. Wenn sie personalbestandsmässig reduziert wird, heisst das noch lange nicht, dass sie auch billiger wird - im Gegenteil. Je kleiner eine Armee, desto effizienter (und teuerer) müssen Waffensysteme, Instrumente und technische Hilfsmittel sein, um die Sicherheit des Landes garantieren zu können.

 

Bleibt die Sache mit dem Konversionsfond. Hier merkt man, dass Theoretiker am Werk waren. Arbeitsplätze lassen sich nicht einfach so mit Geld erschaffen. Solche Fonds fördern nicht marktfähige Produkte oder konkurrenzieren bestehende Firmen und greifen so in das Marktgeschehen ein. Sie sind generell abzulehnen. Deshalb sagte ich NEIN zur Umverteilungsinitiative.

 
E-Mail: hansruedi.wandfluh@wandfluh.com
 
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