FinöV (Bundesbeschluss über Bau und Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs)

 

Nur gerade zwei Monate nach der Abstimmung über die LSVA hat das Schweizer Volk erneut über eine verkehrspolitische Vorlage zu befinden. Es geht um ein Konzept für die langfristige, gesicherte Finanzierung der Grossprojekte des öffentlichen Verkehrs (NEAT, 1. und 2. Etappe Bahn 2000, TGV-Anschluss, Lärmsanierungen). Indirekt geht es aber auch um das Bauprogramm. Während die Beschlüsse für die erste Etappe von Bahn 2000 und NEAT vom Parlament bereits verabschiedet sind, wird das Parlament, und falls gewünscht auch das Volk, bei der Realisierung der übrigen Bauvorhaben noch mitreden können, bzw. entscheiden. Das inhaltliche Programm für letztere ist noch kaum ausgereift.

 

Ich stehe hinter der FinöV-Vorlage. Es ist eine Tatsache, dass Regionen, welche über gute Verkehrsverbindungen verfügen, am wirtschaftlichen Leben und am Wohlstand teilhaben können. Die Modernisierung der Bahn und die Einbindung ins internationale Netz ist langfristig erforderlich. Sie sind eine Investition in die Zukunft unseres Landes, welche unsere Marktposition stärkt und gleichzeitig die Umwelt schont. Für uns Frutigtaler als direkt Betroffene steht bei Annahme der Vorlage grundsätzlich auch das nötige Geld zur Verfügung, um neben der NEAT-Lötschberg-Achse die Umfahrung Heustrich (Jahr 2003) und die Umfahrung Reichenbach (2008?) zu finanzieren. Damit werden in unserer Region direkt oder indirekt hunderte von Arbeitsplätzen geschaffen. Überdies fördert eine gute Bahnverbindung den Tourismus, vermindert die Staukosten, schützt den Regionalverkehr und entlastet die Luft.

 

Dabei ist nicht zu verschweigen, dass auch respektable Gründe gegen die Vorlage sprechen. Zum einen werden die Zufahrtslinien (Niesenflankentunnel) innerhalb des NEAT-Programms nicht ausgebaut, zum andern ist die Rentabilität des NEAT-Netzes nur gegeben, wenn die Europäer effektiv auf die Bahn umsteigen. Ein gewisses Risiko bleibt vorhanden. Trotzdem habe ich "JA" gesagt zur FinöV.

 
 
E-Mail: hansruedi.wandfluh@wandfluh.com
 
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